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Die Meinung der Bürgerinnen und Bürger ist uns wichtig. Deshalb hat der CSU-Ortsverband Wolfratshausen zu einer Einschätzung zentraler Stadtthemen eingeladen. Die Rückmeldungen, bewertet mit Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) und ergänzt durch zahlreiche schriftliche Anregungen, zeigen ein großes Interesse an der Weiterentwicklung unserer Stadt. 

I. Verkehr & Mobilität – „Zu viel, zu laut, zu chaotisch“

Rückmeldungen:
Verkehr ist das mit Abstand drängendste Thema. Staus, Durchgangs- und Schwerlastverkehr, überlastete Knotenpunkte (B 11, Schießstättstraße, Bahnhof), schlechte Ampelschaltungen, gefährliche Situationen für Fußgänger und Radfahrer sowie Parkdruck in Wohnstraßen wurden häufig genannt. Der Stadtbus wird als unzuverlässig und zu selten wahrgenommen, die S7 als untragbares Risiko im Alltag.

Handlungsauftrag aus der Veranstaltung:

  1. Verkehrsberuhigung mit System: intelligentes Ampelmanagement im Bereich Floßkanal/Sauerlacher Straße, Bahnübergang sowie Moosbauerweg/Sauerlacher Straße.
  2. Parkraummanagement einführen: Anwohnerparken, konsequentes Vorgehen gegen Wildparken (insbesondere Wohnmobile), Parkdeck am Hatzplatz sowie Parkdeck an der Kräuterstraße (EG mit 3,50 m Höhe, um Wintervermietung zu ermöglichen).
  3. X-Bushaltestellen auf der Sauerlacher Straße verlegen, um Staus im Bereich der Ampelschaltung zu reduzieren.
  4. Bei Navigationsanbietern darauf hinwirken, Schwerlastverkehr um Wolfratshausen herum zu lenken.
  5. Ausfahrt Höhenrain an der A96 für alle öffnen, damit Zielverkehr nach Weidach nicht durch die Stadt geführt wird.
  6. Sanierung der Schießstättstraße (Kanaldeckel, Flüsterasphalt).
  7. Satzung zur verpflichtenden Nutzung von Stellplätzen für Wohnungen; keine gesonderte Vermietung.
  8. Radwegeverbindung hinter der „Indianer-Siedlung“ zur Wettersteinstraße und Weiterführung bis zur Schule.
  9. Zusätzliche optische LED-Signaleinrichtung an der Schießstättstraße zur Abbiegung Sauerlacher Straße (Grünpfeil) zum Schutz querender Fußgänger.

 

II. Öffentlicher Nahverkehr & S-Bahn – „So geht Pendeln nicht“

Rückmeldungen:
Die Unzuverlässigkeit der S7 ist für viele ein tägliches Ärgernis: Verspätungen, vorzeitige Wendungen, fehlende Direktverbindungen nach München. Gleichzeitig besteht große Skepsis gegenüber der jahrelang verschleppten Verlängerung nach Geretsried.

Handlungsauftrag aus der Veranstaltung:

  1. Klarer politischer Druck: geschlossene Position der Stadt gegenüber Bahn und Freistaat – Verlässlichkeit vor Prestigeprojekten.
  2. Alternativen stärken: Express-Buslinien, Park-&-Ride-Angebote und bessere Radabstellanlagen.
  3. Bei Ersatzbeschaffung des Stadtbusses kleinere Fahrzeuggröße prüfen.
  4. Stadtbus neu denken: dichtere Takte (auch sonntags), bessere Anschlüsse an die S-Bahn, barrierefreie Busse sowie Ergänzung durch Rufbus.
  5. Seniorenticket nur für Bezieher von Sozialleistungen.

 

III. Bezahlbares Wohnen & Stadtentwicklung – „Wohnen darf kein Luxus sein“

Rückmeldungen:
Bezahlbarer Wohnraum wird überwiegend als „eher schlecht“ bis „katastrophal“ bewertet. Familien, Normalverdiener und Einheimische sehen kaum Chancen. Gleichzeitig besteht große Ablehnung gegenüber weiterer Nachverdichtung und Investorenprojekten ohne begleitende Infrastruktur.

Handlungsauftrag aus der Veranstaltung:

  1. Bezahlbare Mieten und Eigentum durch Einheimischenmodelle sichern.
  2. Keine Bebauung sensibler Flächen (z. B. Stafflerwiese); Infrastruktur muss zuerst geschaffen werden.
  3. Leerstandsmanagement durch Anreize im privaten Bereich unterstützen.
  4. Bevölkerungswachstum nur durch natürlichen Personenaustausch.

Leitsatz für die künftige Arbeit im Stadtrat:
Die Stadt Wolfratshausen kann das Wohnraumproblem der Metropolregion München nicht lösen. Bei einer Einwohnerdichte von 2.153 Einwohnern pro Quadratkilometer soll der derzeitige Charakter der Stadt bewahrt und für kommende Generationen gesichert werden. Vorrangig ist das Parkplatzproblem – insbesondere in Farchet – zu lösen.

 

IV. Kinder, Jugendliche & Familien – „Zu wenig Raum für die Zukunft“

Rückmeldungen:
Es fehlen Kita-Plätze. Angebote für Jugendliche werden als unterdurchschnittlich bewertet. Treffpunkte sowie Sport- und Freizeitmöglichkeiten außerhalb von Vereinen sind zu wenig vorhanden.

Handlungsauftrag aus der Veranstaltung:

  1. Kita-Kapazitäten frühzeitig planen und ausbauen; flexible Not- und Übergangslösungen ermöglichen.
  2. Jugendräume schaffen: legale Graffiti-Flächen, offene Sportplätze, Treffpunkte außerhalb des „La Vida“.
  3. Wertschätzung und Unterstützung aller Vereine in der Kinder- und Jugendarbeit.

 

V. Innenstadt & Einkaufen – „Mehr Leben statt Leerstand“

Rückmeldungen:
Die Altstadt wird als zunehmend leer, teuer und wenig einladend empfunden. Hohe Mieten, Billigläden, fehlende Gastronomie und Treffpunkte prägen das Bild. Wolfratshausen droht zur Schlafstadt zu werden.

Konkrete Handlungsmöglichkeiten:

  1. Leerstandsmanagement: Anreize für inhabergeführte Läden, Zwischennutzungen ermöglichen.
  2. Aufenthaltsqualität steigern: mehr Sitzgelegenheiten, Radständer, Begrünung, Bäume und attraktive Fußgängerbereiche.
  3. Innenstadt als Treffpunkt stärken: Cafés, Märkte, Kultur- und Abendangebote gezielt fördern.

 

VI. Sicherheit, Sauberkeit & Stadtbild – „Man muss sich wieder wohlfühlen“

Rückmeldungen:
Unsicherheitsgefühle bestehen insbesondere am Bahnhof und in den Abendstunden. Verschmutzung, Vandalismus, Schmierereien, ungepflegte Bereiche und mangelnde Beleuchtung werden häufig genannt.

Konkrete Handlungsmöglichkeiten:

  1. Mehr Präsenz: Ausbau der Sicherheitswacht, engere Zusammenarbeit mit der Polizei.
  2. Sauberkeitsoffensive: mehr Müllbehälter, häufigere Leerung, Stärkung des Bauhofs.
  3. Stadtbild pflegen: Fassadenprogramme, bessere Beleuchtung, barrierefreie Gehwege.

 

VII. Natur, Loisach & Freizeit – „Das Juwel besser nutzen“

Rückmeldungen:
Wolfratshausen wird landschaftlich als außergewöhnlich wahrgenommen, das Potenzial wird jedoch zu wenig genutzt. Kritik besteht an Eingriffen in die Natur und fehlenden Freizeit-Highlights.

Konkrete Handlungsmöglichkeiten:

  1. Loisach erlebbar machen: sichere Badebereiche, bessere Zugänge, Renaturierung.
  2. Reaktivierung der beleuchteten Wasserfontäne.
  3. Naturschutz stärken: Baumschutz, Ausgleichspflanzungen, Pflege von Wegen und Grünflächen.

 

VIII. Bürgerbeteiligung & Verwaltung – „Zuhören. Erklären. Machen.“

Rückmeldungen:
Die Verwaltung wird positiv bewertet. Für die Stadtratsarbeit wünschen sich viele mehr Transparenz, Mitwirkung und schnellere Entscheidungen.

Konkrete Handlungsmöglichkeiten:

  1. Mehr Beteiligung: Bürgersprechstunden, Bürgerdialoge, Jugendparlament.
  2. Schneller entscheiden: Bürokratie abbauen, Projekte konsequent umsetzen.